Hallo zusammen. Heute mal etwas ernster. Ich will über meine Erfahrung mit dem Xeplion, welches ich schon über ein halbes Jahr bekomme, berichten. Genau genommen sind es 240 Tage seit der ersten Injektion. Im Artikel werde ich die Pro’s und Kontra’s beleuchten und am Ende ein Fazit bzw. meine Meinung zum Xeplion schildern.
Pro:
Positiv aufgefallen ist mir, dass mein Durchhaltevermögen sehr stark ist. Will sagen, ein 14 Stundentag mit 8 Stunden Arbeit powern nicht komplett aus. Also gestern und vorgestern waren solche Tage. Am Donnerstag bin ich halb 7 aufgestanden. War acht Uhr in der Reha-Maßnahme bis ungefähr 15 Uhr. Danach hatte ich 3 Stunden Zeit mich auszuruhen. 18 Uhr ging es dann in den Betrieb bis 22 Uhr. Freitag bin ich schon um acht Uhr aufgewacht, obwohl ich gerne noch länger geschlafen hätte, aber naja. Kurz nach 13 Uhr ging es dann in dem Betrieb. Wieder 8 Stunden Arbeiten. Alles gut überstanden. Was mich sehr erstaunt. Ohne weitere Probleme habe ich diese Tage sehr gut überstanden.
Vom Körpergefühl her kann ich sagen, dass es sich sicher, warm und “wohl” anfühlt. Fast, aber nur fast, wie es sich normal anfühlen würde. Das kenne ich auch anders. Zum Beispiel unter Risperdal bzw Risperidon war immer eine gewisse Angespanntheit und Müdigkeit im Körper vorhanden. Klingt erst einmal nicht schlimm. Aber wenn man dann einen 8 Stundentag, oder mehr, in der Hochschule sitzt, kommt man sehr schnell an seine Grenzen. Allgemein, die Energie, die man durch ein gutes “Körpergefühl” hat, ist denke ich bei vielen Menschen ein starker Motor für den Tag.
Betrachtet man die Sache mit dem Kopf, also das Denken, bleibt kaum Raum für schizophrene Gedanken. Wie etwa ein beispielhafter Gedanke von mir, den ich früher oft hatte, und der lautet: “Es kann jederzeit jemand in meine Wohnung eindringen”. Dieser Gedanke und das damit verbundene beklemmende Gefühl ist nicht mehr vorhanden. Anders als noch vor 2 Monaten. Allgemein kann ich behaupten, dass die Gedanken nicht mehr kreisen. Und somit kein Teufelskreis entstehen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Abfederung von schizophrenen Schüben. Sicher ist Xeplion nicht perfekt. Aber falls dann doch mal der Stoffwechsel im Hirn etwas durcheinander kommt, brauche ich keine Angst zu haben, in die Psychose zu rutschen. Mir ist es dann möglich, mich zu sammeln und zu konzentrieren.
Contra:
Der erste Punkt, den ich ansprechen will, ist die Schmerzschwelle. Wenn ich mit dem Finger, auf eine Stelle meiner Haut mit Kraft drücke, merke ich erst einmal für ein paar Sekunden nicht viel. Auch fühlt sich die Haut leicht taub an. Aber kribbeln tut sie nicht. Finde ich persönlich nicht weitgehend schlimm. Ich denke, dass Heruntersetzen der Schmerzschwelle ist wohl eine Nebenwirkung vom Xeplion.
Mein Sehvermögen leidet auch unter Xeplion. Nach einem langen Tag merke ich wie meine Sehstärke sich verschlechtert. Dies ist aber am nächsten Tag, nach dem Schlafen, wieder verschwunden.
Weiter ist meine Merkfähigkeit betroffen. Dies betrifft sowohl Lanzeit- wie Kurzzeitgedächtnis. Dies ist der Hauptkritikpunkt am Xeplion wie ich es empfinde. Außerdem ist auch, aber nur im geringen Maß, die Konzentration betroffen. Nur nicht so schlimm, das man es nicht mit etwas Willen (sich zu konzentrieren) überbrücken kann.
Mir ist auch aufgefallen, dass ich nach Außen etwas teilnahmslos wirke. Nicht zu verwundern. Denn die Gefühle, die man nach außen sendet, sind ja unter diversen Neuroleptika beschränkt. Zumindest geht es mir so.
Fazit – Meinung:
Ich bin sehr zufrieden mit dem Xeplion. Es ist mir möglich, ein normales Leben zu führen. Ohne, dass ich Angst haben muss, dauern in die Psychose zu rutschen. Xeplion ist für mich ein sehr gutes und hoch potentes Neuroleptika. Ohne Xeplion würde es mir nicht möglich sein ein 8 Stunden Arbeitstag zu schaffen und danach noch Kraft zu haben. Natürlich überwiegen bei mir die Pro’s. Ich habe aber auch schon gehört, dass es bei einigen, die es verschrieben bekommen haben, nicht die ganze Wirkung, wie ich sie erfahren habe, zeigt.